Samstag, 16. Dezember 2017

Teneriffa - La Gomera 2017/8. Wanderung von Hermigua nach Agulo

19. November

Für heute haben wir eine ziemlich große Wanderung ausgesucht. Das Positive dabei ist, daß wir direkt von unserem Haus loswandern und müssen nicht erst mit dem Auto irgendwo hinfahren. Erst müssen wir über die Bergkette (um die 750 m hoch), die dírekt gegenüber unserer Unterkunft an das Tal von Hermigua grenzt und dann nach Agulo absteigen und von dort an der Küste entlang nach Hause kommen. Die Tour beträgt 11,5 km und dauert ca. 6 Stunden.
Als Alternative kann man noch einen kleinen Abstecher zu dem Mirador de Abrante machen (mit dem "Glaskäfig").

Quelle: google maps satellit

Ein wunderschöner Tag ist es, blauer Himmel und warme Sonne und wir machen uns auf den Weg zwischen den Bananen und erspähen ständig diesen hohen Bergzug über dem Tal, wo kann da ein Pfad rauf und über den Kamm führen? Wir können nichts entdecken und schein fast unmöglich zu sein.  














Nach der staubigen Piste erreichen wir die Hauptsraße bei der Kirche von Hermigua. Hier gehen wir ein Stück durch das Dorf der Straße entlang, dann bei dem Ortsteil Ibo Alfaro biegen wir ab und hier beginnt der steile Weg, zuerst durch das Dorf auf zahllosen Treppen. Schon von dem Treppensteigen sind wir völlig kaputt, als wir oberhalb Ibo Alfaro bei einem kleinem Wasserspeicher Pause machen.Von hier kann man das ganze schöne Tal einsehen, auch unsere Unterkunft und den Teide sehen wir.









Nochmal das selbe Bild mit unserer Unterkunft:




Ich bin hier schon fix und fertig und erst ab hier wird der Pfad recht steil. Erst führt es uns zwischen Palmen, dann zwischen Agave- und Feigenkakteen, dann über Felsen, wo man erst zeitlang wie über Treppen steigen muß. Die Strecke auf diesen Berg herauf ist qualvoll, aber wunderschön.











Wir gehen ewig aufwärts und oft sieht es so aus, daß wir nach der nächsten Kurve den Gipfel erreichen müssen, aber fast nie ist so, es zieht sich wie Kaugummi und saugt uns komplett aus. Inzwischen kamen schon Wolken und ein sehr kalter Wind, durchgeschwitzt ist es oben schon sehr kalt.



Den Lomo Gordo Gebirgszug bestiegen und hinter uns lassend, führt erst eine rotstaubige Piste über eine Hochebene. Hier ist es sehr windig kalt und ab und zu nieselt es. Dann steigen wir über einem sehr engen Pfad zwischen Büschen in ein Tal herab. Die Vegetation ist hier komplett anders, als auf der anderen Seite des Berges war. Unten im Tal können wir dann bei einer Abzweigung entscheiden ob wir noch zum Mirador de Abrente wollen, oder gleich weiter nach Agolu wandern. Da wir schon gestern mit dem Auto dort waren, wollen wir jetzt nicht ein zweites Mal zu dem Aussichtspunkt, aber gestern fanden wir es fast unmöglich bis dahin hochzusteigen und nun jetzt sind wir schon an der selben Höhe!






Etwas später gehen wir bei dem Wasserspeicher von Agulo vorbei (Embalsa de Agulo). Hier oben in diesem Hochtal ist es sehr kalt und wir haben echt Glück, daß es nicht stärker zu regnen anfängt.
Dann, nach einer Kurve, sind wir unerwartet auf einmal mitten drinnen in der steilen Felswand über Agulo und wandern bald unterhalb des Miradores vorbei.
Über einem steilen Pfad steigen wir nach Agulo herab, auch so ein Weg, den man von unten nicht sehen und nicht vermuten kann. 









Wir sind sehr erschöpft und können kaum erwarten in Agulo irgendwohin reinzusitzen und was süßes essen und Cola zu trinken. Ich kämpfte sehr lang bei dem Aufstieg mit Unterzucker und habe vergessen was süßes einzupacken. Entlang der Hauptstraße ist ein (einziges) Café, hierher setzen sich alle Wanderer ein. Wir bestellen zwei Cappuccinos, zwei Cola und ich noch ein Käsesandwich und wir bezahlen nur 9 Euro. Das Sandwich besteht von zwei Baguette, ist warm und ist mit hiesigem Käse und Tomaten gefüllt, ist sehr lecker. Wir sitzen hier sehr lang, am Anfang haben wir null Antrieb mehr noch einige Kilometer bis nach Hause zu laufen. Dann setzt sich neben uns ein anderes deutsches Paar, mit denen wir ins Gespräch kommen und uns so gut verstehen und so viele Gemeinsamkeiten haben, daß wir gar nicht mehr mit dem Reden aufhören können und so vergeht schnell eine ganze Stunde und wir müssen schon weiter, sonst wird es zum Schluß dunkel.

Dann gehen wir durch Agulo und hinter dem Dorf steigen wir über irre steile Treppen neben einem ehemaligen Bananenbetrieb ganz bis zur Küste herab und wandern durch das ausgestorbene Bananenanbaudorf, Lepe bis zu Hermiguas Küste. In Lepe sehen wir in den verlassenen Gärten viele Obstbäume, mit großen reifen Mangos, Avocados und über einer öffentlichen Treppe liegen gährende Sternfrüchte. Paar härtere Früchte nehme ich von dem Baum mit. Man sollte von Bäumen, die aus den Gärten raushängen nichts abnehmen, aber diese sind direkt auf der Straße.Wir haben noch nie Sternfrucht gegessen, ich bin halt neugierig. Außerdem sind oft die Zäune meterlang mit Passionsfrucht bewachsen und neben den schönen Blüten hängen mächtige Passionsfrüchte (Maracuja), auch diese können wir probieren.













So schöne Schilder gibt es auf der ganzen Insel, so schön sind die Touren beschildert und auch sehr häufig, man kann sich nicht verlaufen:


Als wir Santa Catalina (Küstenteil von Hermigua) erreichen, entscheiden wir uns spontan, daß wir versuchen einen Weg in dem Tal zwischen den Bananen zu suchen. Den Weg finden wir auch und so sind wir dann ziemlich schnell zu Hause. Erst wollen wir nur sitzen und was trinken, so schlüpfen wir aus den Wanderschuhen aus und hocken Orangensaft schlürfend noch eine zeitlang vor dem Haus. Wir gucken auf den Berg hoch, den wir gerade heute bestiegen haben und können es kaum glauben. Wir stellen es für uns vor, wie dieses Haus vor der Renovierung gewesen sein könnte, wie hier die alten Hausleute auf diesen Sitzgelegenheiten mit einem krummen Stock in der Hand vor dem Haus gesessen haben und mit den Katzen geredet haben. Wir würden auch gerne lieber hier alt werden, als zu Hause.





Die Katze sitzt neben Maracujas:


 Unsere Tour hat mit den Pausen zusammen 7,5 Stunden gedauert.

Zum Abendessen kochen wir Spaghetti mit leckerer Soße, mit kleingehacktem Schinken, Paprika, Zwiebel, Knoblauch und vielen Gewürzen und essen es mit viel Käse.
Die heutige Wanderung war wunderschön und wir sind stolz auf unsere Leistung.